Frauenturnverein Romanshorn
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Endlich wieder reisen! 4-tägige Jurareise

Vom 9. bis 12. Mai 2022, endlich nach zwei Jahren, fanden sie wieder zusammen, um gemeinsam eine Reise zu wagen. Die unternehmungslustige Schar vom Romanshorner FTV.

Nach einem kräftigenden Frühstück im Waldhaus Katzensee stand dem Abenteuer Jura nichts mehr im Wege. Als Nächstes chauffierte Käthi Arnold von Arnoldreisen den Bus geschickt auf den Parkplatz vor dem Städtchen Murten. Das hübsche Städtchen galt es ausgiebig zu erkunden und auf der Stadtmauer konnte man einen Blick auf den schönen Murtensee erhaschen. Das Wetter war wie gewünscht…. Wenn Engel reisen… Pünktlich um 14 Uhr fuhren wir weiter, vorbei am nahen Neuenburgersee durchs Val de Ruz hoch auf die Vue des Alpes, wo der Blick zurück zu den drei Seen (Murten- Bieler- und Neuenburgersee) und auf die grossen Schwestern, die Alpen grandios ist. Die Vue des Alpes ist der sagenumwobene Pass des Juramassivs am Tête de Ran und liegt auf 1283 m ü M. Er verbindet Neuchâtel mit La Chaux de Fonds, dem Ziel unserer Reise. Im Hotel Fleur de Lys quartierten wir uns ein und abends speisten wir gediegen im selbigen Restaurant ein feines Fondue Chinoise. Anschliessend besprachen wir das Programm der nächsten drei Tage, bevor wir uns nach einem Schlummertrunk und ein paar Runden „Hosenabe“ schlafen legten.

Am Dienstagmorgen trafen wir nach kurzer Fahrt mit dem Bus in Les Brenets ein. Am Lac de Brenets wartete eine faszinierende Schiffsreise auf dem Doubs auf uns. Eine intakte Natur, ein sich durch zauberhafte Fjorde windender  Fluss, bis hin zum höchsten  Wasserfall des Juramassivs, dem Saut du Doubs. Auf der mystischen Wanderung vorbei an moosbehangenen Bäumen und Sträuchern war dies das nächste Ziel. Dort zeigt der Fluss seine wilde Seite. Er setzt seinen Lauf über einen tosenden 27 Meter hohen Wasserfall, eben dem Saut du Doubs an. Ein atemberaubendes Schauspiel entlang der schweizerisch - französischen Grenze. Die vielen historischen Stätten und die zauberhafte Gegend bewunderten wir. Zurück und in Gedanken des Erlebten chauffierte uns Käthi nach Le Locle zu den unterirdischen Mühlen - einem in Europa einzigartigen Industrieerbe. Diese 23 Meter unter der Erde installierten Hydraulikmühlen, zeugen vom Einfallsreichtum der Menschen im 16. Jahrhundert, die diese Mühlen bauten um die Energie eines unterirdischen Wasserfalles mittels Horizontalmühlen zu nutzen. Weil das Wasser an der Oberfläche zu träge floss. In der mehrstöckigen Kalksteinhöhle installierte man ein System von übereinander angeordneten Wasserrädern. Diese trieben Kornmühlen, Drehmaschinen und Sägewerke an. In der Höhle herrscht eine konstante Temperatur von 7° und es ist recht glitschig und fast unheimlich hier unten. Bevor uns die Klaustrophobie überfiel, stiegen wie wieder ans Tageslicht. Auf einem kurzen Abstecher auf der Weiterfahrt mit dem Bus trafen wir im schweizerischen Sibirien, in La Brévine und am Lac de Taillères ein, wo sich Vreni Kuratli in den Kopf gesetzt hatte, unbedingt einmal ihre Füsse in dem kalten Wasser zu baden. Müde von den vielen Erlebnissen des Tages machten wir kurz Stipvisite im Hotel um uns zu erfrischen. Anschliessend beim Abendessen im Casa Rossa schmeckten die verschiedenen Spaghettikreationen einfach köstlich.

Am Mittwoch stand eine Stadtbesichtigung von La Chaux de Fonds auf dem Programm und wir erfuhren dass sie die grösste Stadt im Hochjura ist. Sie liegt auf rund 1000 m ü M und ist Zentrum des Jugendstils in der Schweiz. Sie ist Uhrenmetropole und Geburtsort von Le Corbusier und Chevrolet und weiteren bekannten Persönlichkeiten. Die Stadt ist vor Allem bekannt für seinen mustergültigen, schachbrettartigen Siedlungsgrundriss. Sie ist seit 2009 UNESCO Welterbe. Nach einem Brand 1794 wurde ein Grossteil der Stadt vernichtet. Nach diesem tragischen Ereignis wurde die Stadt in einem rechtwinkligen Strassenraster, in einheitlicher Bauweise wieder errichtet. So wurde die Stadt schachbrettartig erweitert. Was in den nach Südosten ausgerichteten Gebäuden, für die an den Fenster arbeitenden Uhrmachern, in den Uhrenwerkstätten für eine absolut optimale Beleuchtung sorgte. Am Nachmittag erkundete jede Turnerin die Stadt auf eigene Faust. Am Abend trafen wir uns alle im Restaurant des Espacité-Turms in der 14. Etage. Es gibt keine bessere Perspektive als den Blick von dort oben, um die unnachahmliche von der Uhrenindustrie geprägten Stadtlandschaft von La Chaux de Fonds zu verstehen. Die Avenue Léopold-Robert ist länger als die Champs Élysées. Darauf sind die Bewohner stolz.

Am Donnerstag früh verabschiedeten wir uns vom Jura auf der Fahrt durch die wunderschöne Gegend entlang dem Chasseral. Bei Wangen an der Aare, wo unser Gruppenfoto entstand, vertraten wir uns kurz die Füsse. In Mauensee hielten wir für eine kleine Mittagsverpflegung an. Auch auf der Weiterfahrt lenkte Käthi den Bus über Nebenstrassen, vorbei am Sempachersee. Das letzte Highlight unserer tollen Reise führte uns nach Rifferswil zum Park im Seleger Moor. Im Park bewundert man die grösste Sammlung von farbenprächtigen Rhododendren und Azaleen in der Schweiz. Zauberhaft was Robert Seleger zu Lebzeiten erschaffen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat und wir staunten über die Artenvielfältigkeit der Pflanzen. Auf der Weiterfahrt über den Albis, spendierte uns Antonia einen spritzigen Apéritiv in einem Restaurant (Herzlichen Dank). Das Nachtessen mit Schnitzel vom Weiderind mit Spargel an Sauce béarnaise und Kartoffeln rundeten unseren letzten Reisetag vollumfänglich ab.

Nun bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Mitreisenden für die schöne Zeit, für den herzlichen Zusammenhalt, für die Erlernung der Spielregeln vom „Hosenabe“ und auch bei Käthi Arnold, danke für die unfallfreie angenehme Reise.

Sonja Schultes FTV Romanshorn